Leiden Sie an Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien? Möchten Sie es mit einfachen Mitteln herausfinden und erfahren was Sie dagegen tun können? Eine gute Verdauung führt zum Verschwinden von unangenehmen Beschwerdesymptomen, mehr Wohlbefinden und Vitalität.

Was ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Dieser Begriff wird oft als Überbegriff für diverse Reaktionen in Zusammenhang mit Lebensmittelunverträglichkeiten und Intoleranzen verwendet. Hierbei gilt es allerdings Grundlegendes zu unterscheiden.

Es gibt Fehlreaktionen des Immunsystems mit der Folge von Allergien und dem Vorhandensein von IgE Antikörpern oder aber auch Unverträglichkeiten mit erhöhten IgG Werten. Auch genetische Defekte können Gründe für Beschwerden bei der Aufnahme von z.B. Lactose oder Fructose darstellen. Bereits vor über 20 Jahren gab ca. 20% der Bevölkerung in Europa an, an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu leiden. Heutzutage tritt dies weltweit deutlich verstärkt auf.

Das Immunsystem bildet Antikörper vom Typ Immunglobulin-G (igG) in erster Linie gegen Bakterien und Viren. Wird eine Person z.B. geimpft, entwickelt der Körper spezifische IgG-Antikörper, die diesen Krankheitserreger identifizieren und bekämpfen können. Dringen diese Krankheitserreger später in den Körper ein, erkennt sie das Immunsystem sofort und verhindert eine Infektion. Bei Unverträglichkeiten kommt es zu einer Fehlreaktion des Körpers, sodass er solche IgG-Antikörper gegen bestimmte Nahrungsmittel bildet. Die in einigen Fällen dadurch ausgelöste Immunreaktion ist in der Regel ungefährlich, kann für die Betroffenen jedoch ziemlich unangenehm und Schmerzhaft sein.

Welche Symptome können auftreten?

Nimmt der Körper das betreffende Nahrungsmittel auf, reagiert er mit einer Reihe von Symptomen, die auf den ersten Blick oft gar nicht als Reaktion auf eine Unverträglichkeit einzuordnen sind – zumal die Symptome so individuell sind wie der Betroffene selbst, in vielen Fällen erst nach ein paar Stunden auftreten und nicht selten mehrere Tage anhalten. Besonders häufig ist der Magen-Darm-Trakt betroffen.

Typische Symptome sind:
krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schluckstörungen, Reflux, Herzrasen uvm. In Ausnahmefällen sind die Symptome einer Unverträglichkeit ähnlich wie bei einer Allergie: Atembeschwerden, Hautentzündungen, Schnupfen

Was gibt es für natürliche Behandlungsmöglichkeiten?

Die Art und Dauer einer Behandlung richtet sich nach der Intensität der auftretenden Symptome. Mittels einer Blutprobe können Unverträglichkeiten und Allergien voneinander unterschieden werden. Die gute Botschaft: durch eine gewisse Karenzzeit bestimmter Lebensmittel und Ersatz von bekömmlichen Alternativen, kann sich der Körper in der Regel gut erholen und einzelne Lebensmittel können langsam und in kleinen Portionen wieder integriert werden – ohne Auftreten der Symptome. Hier gilt es herauszufinden welches die Toleranzgrenze ist. Die Dosis macht meist den Unterschied.

Häufige Fragen - FAQ

Was ist der Unterschied von einer Unverträglichkeit zu einer Allergie?

Eine Allergie ist eine individuelle Überempfindlichkeit des Immunsystems auf bestimmte Substanzen, die für andere Menschen völlig harmlos sind und für Betroffene gravierende Folgen haben kann und gehört in fachmännische Hände.

Die Reaktion entsteht, sobald Antikörper und Allergen aufeinander treffen, woraufhin entzündungsfördernde Substanzen (z.B. Histamin) freigegeben werden. Hier erfolgt eine unweigerliche z.T. heftige Immunreaktion. Den Betroffenen wird empfohlen den Kontakt mit einem Allergen komplett zu vermeiden bzw. weitestgehend zu reduzieren.

Was sind die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten?

Manchmal ist die komplette Vermeidung im Alltag schwierig wie z.B. Heuschnupfen. Hier werden von Ärzten üblicherweise spezielle Medikamente (Antihistaminika) verschrieben.

Diese blockieren schnell und effektiv die Sensoren für Histamin, so dass das der Eiweissstoff nicht mehr von den Zellen wahrgenommen werden kann und die allergischen Symptome abgemildert werden.

Bei schwerwiegenden und alltagseinschränkenden Symptomen kann eine spezifische Immuntherapie, die sogenannte Desensibilisierung, in Erwägung gezogen werden. Es gibt jedoch auch andere Therapiemöglichkeiten mit der Unterstützung von Naturheilkunde etc.

Warum ist es wichtig das eine Allergie diagnostiziert wird?

Nur wenn die konkrete Allergie diagnostiziert worden ist, können die Beschwerden bestmöglich behandelt werden. Eine genaue Diagnose ist auch für die Einschätzung von Kreuzallergien von grosser Bedeutung. Sprich: ist das Allergen bekannt, kann das Risiko für kreuzallergische Symptome besser eingeschätzt werden.

Insbesondere Birkenpollenallergiker neigen oft zusätzlich zu pollenbedingten Nahrungsmittelallergien, weshalb sie zum Beispiel nach dem Verzehr von Äpfeln, Karotten oder Pfirsichen allergische Symptome ausbilden.

Was ist eine Kreuzallergie?

Reagiert unser Körper auf bestimmte Pollen-Proteine allergisch, kann er auch auf ähnliche Substanzen in der Nahrung allergisch reagieren. In diesem Fall spricht man von einer Kreuzallergie.

Das liegt daran, dass die chemische Struktur bestimmter Obst- und Nusssorten denen bestimmter Pollen und anderer typischer Allergene sehr ähnlich ist. Typisch bei einer solchen Kreuzallergie sind Symptome in Mund und Rachen wie Gaumenjucken oder Rötungen. Es ist meist ausreichend, die problematischen Nahrungsmittel in roher Form zu meiden. Einige kreuzreaktive Nahrungsmittel können jedoch auch stärkere Allergien hervorrufen, egal ob roh oder gekocht, z.B. Soja.

Mithilfe eines Allergietests können Sie herausfinden, ob Sie an einer Kreuzallergie leiden. Eine Kreuzallergie, die auf Nahrungsmittel und Pollen reagiert, ist unter Erwachsenen die häufigste Ursache für Lebensmittelunverträglichkeiten.

Können wir in der Ernährungsberatung etwas dagegen tun?

Absolut! Es gibt spezifische Lebensmittellisten die wir miteinbeziehen können in der Beratung. Es kann zwar sein, dass Sie dank einer Kreuzallergie Nüsse oder Schalentiere meiden müssen, in vielen Fällen jedoch gibt es noch einen anderen Weg.

Haben Sie zum Beispiel eine Kreuzallergie auf Obst, können Sie die Früchte, besonders, wenn es sich um Steinobst oder Äpfel handelt, garen. Die Zubereitungsart speilt oft eine Rolle. Je nach Allergen und Stärke der Symptome kann es auch ausreichen, die Menge zu reduzieren oder Ihre Standard-Sorte auszutauschen.

Ob Latex-, Hausstaub- oder Heuschnupfen-Kreuzallergie: bestimmte Dinge wie körperlicher oder seelischer Stress sowie Alkoholkonsum können Ihre Symptome verstärken. Wichtig ist deshalb, dass Sie herausfinden, was Ihren Körper besonders belastet. In der Ernährungsberatung können wir Ihnen helfen, Ihre individuelle Situation zu klären. Und wenn Sie Ihre Hauptallergie in den Griff bekommen, kann eine Kreuzallergie vorzeitig vermieden werden.